Studie Rosacea und SIBO

Studie Rosacea und SIBO

Studie
Rosacea und Dünndarmfehlbesiedlung: Häufigkeit und Resonanz von Rifaximin

„Rosacea and small intestinal bacterial overgrowth: Prevalence and response to rifaximin“

von Leonard B. Weinstock MD und Martin Steinhoff MD, PhD

Diese Studie wurde aus einer anderen Studie hervorgehoben, die zufällig feststellte, dass 46% der Teilnehmer dieser Studie Rosacea-Patienten waren, die gleichzeitig eine Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO) hatten. In dieser Folge-Studie wurden die Patienten mit Rosacea mit Rifaximin, einem Antibiotikum, behandelt. Die Dünndarmfehlbesiedlung bedeutet, dass Bakterien, die normalerweise nur im Dickdarm vorkommen, im Dünndarm sind. Da Dünndarm und Dickdarm unterschiedliche Funktionen haben, haben Sie auch eine unterschiedliche Besiedlung mit Darmbakterien, der Dünndarm ist eigentlich arm an Bakterien. Bakterienkulturen, die im Dickdarm als vorteilhaft und gesund gelten, können im Dünndarm Probleme wie Blähungen und Verdauungsbeschwerden verursachen. Als Grund für die Fehlbesiedlung werden Lebensmittelvergiftungen, Parasiten, Antibiotika, chronischer Stress oder Störungen in der Magensäure-Produktion genannt.

Die Patienten erhielten dreimal täglich 10 Tage lang je 400 mg Rifaximin. Nach Beendigung der Rifaximin-Therapie füllten die Patienten einen Fragebogen zur Selbstbeurteilung unter Verwendung einer 4-Punkte-Verbesserungsskala ihrer Rosacea aus. Bei 46% der Patienten wurde eine deutliche Verbesserung der Rosacea-Läsionen festgestellt. 25% schätzten die Verbesserung Ihrer Rosacea-Symptome als gut ein und 11% sprachen von leichter Verbesserung. Kein Patient stellte eine Verschlechterung fest, der Rest nach subjektiv kein Änderung war. In der Summe profitierten also über 80% der Studienteilnehmer von der Behandlung der SIBO in Bezug auf ihre Rosazea bzw. ihr Aussehen.

Rosacea-Betroffene mit bekannter SIBO-Erkrankung sollten also versuchen, die Fehlbesiedlung im Dünndarm behandeln zu lassen. Wer Symptome wie Blähungen, Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden hat, kann einen Termin bei seinem Gastroentologen machen: Eine Dünndarmfehlbesiedlung kann mit einem Atemtest festgestellt werden. Schulmedizinisch wird SIBO mit Antibiotika behandelt. Alternative Behandlungsmethoden bieten Heilpraktiker an. Durch Diät (den Bakterien den Zucker entziehen) und mit pflanzlichen Antibiotika wie Oreganoöl, Curcuma oder Knoblauch kann der bakterielle Befall eingedämmt werden.

Quelle: https://www.jaad.org/article/S0190-9622(12)02330-4/fulltext